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Wis­senshap­pen des Monats: Fett ist nicht das Prob­lem – die Auswahl macht den Unterschied

👉 Wie Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren Entzün­dun­gen und Gesund­heit beeinflussen 

Fett hat lange einen schlecht­en Ruf gehabt. Heute wis­sen wir: Nicht die Fettmenge ist entschei­dend, son­dern die Fet­tqual­ität.
Beson­ders wichtig für Entzün­dun­gen, Zellge­sund­heit und langfristiges Wohlbefind­en ist das Zusam­men­spiel von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren.

Omega‑3 und Omega‑6: Wie Fettsäuren Entzün­dun­gen im Kör­p­er beeinflussen

Entzün­dun­gen gehören zu unserem Immun­sys­tem und sind grund­sät­zlich etwas Pos­i­tives. Prob­lema­tisch wird es, wenn sie dauer­haft beste­hen bleiben – soge­nan­nte stille Entzün­dun­gen. Sie kön­nen Müdigkeit, Schmerzen, Stof­fwech­sel­prob­leme oder Herz-Kreis­lauf-Erkrankun­gen begün­sti­gen. Einen entschei­den­den Ein­fluss darauf hat die Art der Fette, die wir täglich essen.

🔥Omega-3-Fettsäuren – natür­liche Gegen­spiel­er von Entzündungen

Omega-3-Fettsäuren sind leben­snotwendig. Unser Kör­p­er kann sie nicht selb­st her­stellen – wir müssen sie über die Ernährung aufnehmen. Beson­ders bedeut­sam sind die bei­den For­men EPA und DHA.

Omega-3-Fettsäuren unter­stützen den Kör­p­er dabei, Entzün­dung­sprozesse zu reg­ulieren. Sie sind wichtige Bausteine unser­er Zellmem­bra­nen und sor­gen dafür, dass Zellen flex­i­bel bleiben und gut miteinan­der kom­mu­nizieren kön­nen. Beson­ders im Gehirn, in den Augen und im Herz-Kreis­lauf-Sys­tem spie­len sie eine zen­trale Rolle.

Darüber hin­aus helfen Omega-3-Fettsäuren dem Kör­p­er, Entzün­dun­gen aktiv zu been­den. Sie fördern die Bil­dung von Boten­stof­fen, die Entzün­dungsreak­tio­nen abschwächen und das Gle­ichgewicht im Immun­sys­tem unter­stützen. Gle­ichzeit­ig wirken sie als Gegen­spiel­er bes­timmter Omega-6-Fettsäuren. Dadurch wer­den weniger entzün­dungs­fördernde Stoffe gebildet. Dieser Effekt ist beson­ders wichtig bei soge­nan­nten stillen Entzün­dun­gen, die viele chro­nis­che Beschw­er­den begleit­en können.

🌿ALA, EPA und DHA – nicht jede Omega-3-Fettsäure wirkt gleich

Pflan­zliche Lebens­mit­tel wie Leinöl oder Wal­nüsse enthal­ten die Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolen­säure (ALA). Diese kann der Kör­p­er jedoch nur begren­zt nutzen, da sie erst in die wirk­samen For­men EPA und DHA umge­wan­delt wer­den muss. Diese Umwand­lung gelingt nur zu einem sehr kleinen Teil. Deshalb reicht pflan­zlich­es Omega‑3 allein in vie­len Fällen nicht aus, um den Kör­p­er opti­mal mit EPA und DHA zu versorgen.

EPA und DHA kom­men haupt­säch­lich in fet­tem Seefisch vor. Eine gute pflan­zliche Alter­na­tive ist Algenöl, da Algen die ursprüngliche Quelle dieser Fettsäuren sind. Für eine wirk­same Unter­stützung der Entzün­dungsreg­u­la­tion ist es daher sin­nvoll, EPA und DHA direkt zuzuführen.

🥩Omega-6-Fettsäuren – wichtig, aber meist im Überfluss

Auch Omega-6-Fettsäuren sind leben­snotwendig. Sie unter­stützen unter anderem das Immun­sys­tem, die Blut­gerin­nung und die Wund­heilung. Eine beson­dere Rolle spielt hier die Arachi­don­säure, die vor allem in tierischen Lebens­mit­teln wie Fleisch, Wurst und stark ver­ar­beit­eten Lebens­mit­teln enthal­ten ist.

Arachi­don­säure dient als Aus­gangsstoff für Boten­stoffe, die Entzün­dun­gen steuern. Einige davon wirken reg­ulierend, andere kön­nen Entzün­dun­gen ver­stärken. Entschei­dend sind daher die Menge und das Zusam­men­spiel mit Omega-3-Fettsäuren. 

⚖️Wenn das Gle­ichgewicht kippt

Prob­lema­tisch wird es, wenn sehr viele arachi­don­säur­ere­iche und stark ver­ar­beit­ete Lebens­mit­tel verzehrt wer­den und gle­ichzeit­ig zu wenig Omega‑3 aufgenom­men wird. In diesem Fall über­wiegen entzün­dungs­fördernde Prozesse, und stille Entzün­dun­gen kön­nen leichter entste­hen oder sich ver­stärken. Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren nutzen im Kör­p­er die gle­ichen Stof­fwech­sel­wege. Sind sie im Gle­ichgewicht, kön­nen Entzün­dun­gen bess­er reg­uliert werden. 

Stu­di­en zeigen, dass eine Zufuhr von etwa 1.200 mg EPA und DHA pro Tag Entzün­dungs­mark­er im Kör­p­er senken kann – ins­beson­dere bei Men­schen mit erhöhtem Entzün­dungsrisiko. Eine gezielte Ergänzung kann dann sin­nvoll sein, wenn wenig oder kein Fisch gegessen wird, entzündliche Prozesse beste­hen oder das Omega-3-zu-Omega-6-Ver­hält­nis ungün­stig ist. (Quelle: Springer Nature, 22.04.2025: https://link.springer.com/article/10.1007/s10787-025–01744‑8)

💛Faz­it

Nicht alle Fette wirken gle­ich. Fett sollte nicht gemieden, son­dern bewusst gewählt wer­den. Eine bewusste Auswahl der Fet­tquellen und eine aus­re­ichende Zufuhr von EPA und DHA kön­nen dazu beitra­gen, Entzün­dung­sprozesse langfristig zu reg­ulieren und den Kör­p­er zu entlasten.

Wenn du deine Fettsäure-Bal­ance gezielt verbessern möcht­est, unter­stützen wir dich in der Ernährungs­ber­atung bei Prax­is Ess­genuss indi­vidu­ell und alltagstauglich.

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