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Wis­senshap­pen des Monats: Fas­ten­zeit – bewusste Pausen für Kör­p­er und Essalltag

Nach Karneval begin­nt tra­di­tionell die Fas­ten­zeit – für viele eine Gele­gen­heit, kurz innezuhal­ten. Weniger Über­fluss, weniger Gewohn­heit­en „neben­bei“, dafür mehr Aufmerk­samkeit für das eigene Essver­hal­ten und das Körpergefühl.

Aus ernährungswis­senschaftlich­er Sicht bedeutet Fas­ten keinen radikalen Verzicht. Vielmehr kann es – richtig einge­set­zt – eine bewusste Pause im Essall­t­ag sein. Es geht nicht darum, möglichst lange nichts zu essen, son­dern den eige­nen Rhyth­mus zu hin­ter­fra­gen und zu ordnen.

Wichtig ist: Fas­ten ist keine Diät und kein Muss. Ob es sin­nvoll ist, hängt davon ab, wie gut es zum All­t­ag, zur Gesund­heit und zu den eige­nen Bedürfnis­sen passt.

🔬 Was passiert im Kör­p­er, wenn wir Ess­pausen einlegen?

Wenn wir einige Stun­den nichts essen, stellt der Kör­p­er sich schrit­tweise um: Der Blutzuck­er sinkt etwas, und gespe­icherte Energie wird stärk­er genutzt. Diese Vorgänge gehören zu ganz nor­malen Stoffwechselprozessen.

Kurzfristig kön­nen sich bei manchen Men­schen Blutzuck­er­w­erte oder die Insulin­wirkung verbessern. Diese Effek­te ähneln jedoch oft denen, die auch durch eine ins­ge­samt aus­ge­wo­gene und etwas energieärmere Ernährung erre­icht wer­den. Langfristige Vorteile sind wis­senschaftlich bis­lang nicht ein­deutig belegt.

Entschei­dend sind daher weniger strenge Regeln, son­dern ein all­t­agstauglich­er Rhyth­mus und eine gute Lebensmittelqualität.

🕒 Fas­ten ist nicht gle­ich Fas­ten – ein Überblick

🔁 Inter­vall­fas­ten – län­gere Pausen zwis­chen den Mahlzeiten

Beim Inter­vall­fas­ten wech­seln sich Essen­szeit­en und Ess­pausen inner­halb eines Tages ab. Häu­fig wird 14–16 Stun­den nichts gegessen, während die Mahlzeit­en in einem Zeit­fen­ster von 8–10 Stun­den liegen. Wer zum Beispiel abends um 18 Uhr zu Abend isst und erst am näch­sten Mor­gen früh­stückt, macht bere­its eine län­gere Ess­pause – oft ganz ohne bewusste Umstellung.

Für gesunde Erwach­sene kann diese Form des Ess­rhyth­mus kurzfristig pos­i­tive Effek­te haben. Entschei­dend ist jedoch, was und wie viel in den Essen­szeit­en gegessen wird. Eine aus­ge­wo­gene, nährstof­fre­iche Ernährung bleibt die Grundlage.

Nicht geeignet ist Inter­vall­fas­ten für:

  • Schwan­gere und Stillende
  • Men­schen mit Essstörun­gen oder starkem Untergewicht
  • Per­so­n­en mit bes­timmten Stoffwechselerkrankungen

Auch bei Dia­betes oder regelmäßiger Medika­mentenein­nahme sollte Fas­ten nur nach ärztlich­er Rück­sprache erfolgen.

🌿 Heil­fas­ten – eine inten­sive Form mit klaren Voraussetzungen

Heil­fas­ten kann für manche Men­schen ein guter Impuls sein – beson­ders, wenn es bewusst einge­set­zt und fach­lich begleit­et wird. Dabei wird über mehrere Tage auf feste Nahrung verzichtet. In spezial­isierten Kur- und Rheumak­liniken wird Heil­fas­ten teil­weise als ther­a­peutis­che Maß­nahme genutzt, zum Beispiel bei entzündlich-rheuma­tis­chen Erkrankun­gen und zur Stof­fwech­se­lent­las­tung. Stu­di­en zeigen mögliche kurzfristige Effek­te auf Beschw­er­den und Entzün­dungs­mark­er, die Daten­lage ist jedoch ins­ge­samt unein­heitlich und stark indi­vidu­ell.
Wichtig ist: Heil­fas­ten gehört in erfahrene Hände und ist nicht für jede Per­son geeignet. Ins­beson­dere bei Dia­betes unter Medika­tion, Essstörun­gen, Untergewicht, Schwanger­schaft oder chro­nis­chen Erkrankun­gen sollte nicht ohne ärztliche Begleitung gefastet wer­den.
Detox-Ver­sprechen im Sinne ein­er all­ge­meinen „Ent­gif­tungskur“ sind wis­senschaftlich nicht ein­deutig belegt, da der Kör­p­er Ent­gif­tung­sprozesse über Leber und Nieren selb­st übernimmt.

Beson­ders entschei­dend ist die Zeit nach dem Fas­ten: Der Kör­p­er muss langsam wieder an feste Nahrung gewöh­nt wer­den. Ein gut geplanter Kostauf­bau und eine langfristig aus­ge­wo­gene, entzün­dungsarme Ernährung sind der nach­haltig­ste Schritt für Gesund­heit und Wohlbefinden.

🥕 Pflanzen­be­tonte Ent­las­tungsphasen statt „Basen­fas­ten“

Oft wird vom soge­nan­nten Basen­fas­ten gesprochen. Aus wis­senschaftlich­er Sicht ist dabei weniger das The­ma „Über­säuerung“ entschei­dend, son­dern etwas anderes:
viel Gemüse und Obst, wenig stark ver­ar­beit­ete Lebens­mit­tel, kein Alko­hol, wenig Süßes und Fet­tiges. Als zeitlich begren­zte, pflanzen­be­tonte Ent­las­tungsphase kann dieses Vorge­hen gut in den All­t­ag passen – ohne spezielle Ver­sprechen über Säure und Basen.

🍃 Sche­in­fas­ten (Fas­ten-mim­ic­k­ing)

Ein aktueller Trend: Für wenige Tage wird stark kalo­rienre­duziert gegessen, meist pflanzen­basiert, um Fas­ten­ef­fek­te nachzuah­men, ohne kom­plett zu verzicht­en. Erste Stu­di­en zeigen mögliche pos­i­tive Stof­fwech­sel­wirkun­gen, langfristige Dat­en sind jedoch noch begren­zt. Auch hier gilt: nur für geeignete Per­so­n­en und nicht als Dauerlösung.

🥦Leber­fas­ten – gezielte Ent­las­tung für den Stoffwechsel

Das soge­nan­nte Leber­fas­ten ist eine kurzfristige, stark kalo­rien- und kohlen­hy­dra­tre­duzierte Ernährungsphase, die darauf abzielt, die Leber zu ent­las­ten und den Stof­fwech­sel zu verbessern. Beson­ders bei ein­er begin­nen­den Fet­tle­ber kann dadurch ein­ge­lagerte Fettmenge in der Leber reduziert werden.

Sin­nvoll kann Leber­fas­ten aber auch für Men­schen ohne Diag­nose sein, da eine Stof­fwech­sel­be­las­tung oft schle­ichend entste­ht – etwa durch Bewe­gungs­man­gel, stark ver­ar­beit­ete Lebens­mit­tel oder regelmäßi­gen Alko­holkon­sum. Als zeitlich begren­zter Impuls kann es helfen, wieder bewusster in einen aus­ge­wo­ge­nen Essall­t­ag zu starten.

🍫 Fas­ten heißt nicht unbe­d­ingt „nichts essen“

Fas­ten kann auch bedeuten, bewusst auf bes­timmte Dinge zu verzicht­en – zum Beispiel auf Süßigkeit­en, Alko­hol oder stark ver­ar­beit­ete Snacks. Diese Form ist für viele Men­schen leichter umzuset­zen und hil­ft, Hunger, Sät­ti­gung und Genuss wieder bess­er wahrzunehmen. Oft sind solche kleinen, bewussten Verän­derun­gen nach­haltiger als strenge Fastenregeln.

🚫 Was Fas­ten nicht ist

Fas­ten ist:

  • keine Diät
  • kein Leis­tungs­be­weis
  • keine Meth­ode zur schnellen „Ent­gif­tung“

Entschei­dend ist nicht, wie lange oder wie streng gefastet wird, son­dern wie acht­sam und stress­frei damit umge­gan­gen wird. Fas­ten sollte den All­t­ag erle­ichtern – nicht zusät­zlich belasten.

⚖️Faz­it: Ist Fas­ten sin­nvoll oder nicht?

Fas­ten kann sin­nvoll sein, wenn es:

  • zum eige­nen All­t­ag passt
  • nicht unter Druck oder Zwang stattfindet
  • von ein­er aus­ge­wo­ge­nen Ernährung begleit­et wird

Fas­ten ist nicht notwendig, um gesund zu sein – und auch keine bessere Lösung als regelmäßige, aus­ge­wo­gene Mahlzeit­en. Schon kleine Verän­derun­gen, wie ein früheres Aben­dessen, bewusstere Ess­pausen oder der Verzicht auf bes­timmte Genuss­mit­tel, kön­nen helfen, Struk­tur und Klarheit in den Essall­t­ag zu bringen.

Am Ende geht es nicht um per­fek­tes Fas­ten, son­dern um einen acht­samen, langfristig tragfähi­gen Umgang mit Essen – auch über die Fas­ten­zeit hin­aus.

👉 Leber­fas­ten als bewährter Ein­stieg nach Karneval Wenn du nach den när­rischen Tagen deinem Kör­p­er etwas Gutes tun möcht­est, kann das Leber­fas­ten nach Dr. Worm ein struk­turi­ert­er Ein­stieg in einen gesün­deren All­t­ag sein. Wir sind aus­ge­bildete Leber­fas­ten­ber­a­terin­nen und begleit­en dich Schritt für Schritt – mit fundiertem Fach­wis­sen, prak­tis­chen Tipps und per­sön­lich­er Unter­stützung. Melde dich gern bei uns, wenn du nach Karneval starten möchtest.

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